V. Psychische und Verhaltensstörungen
(F00-F99)
Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
(F40-F48)
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F45.0 Somatisierungsstörung
- Charakteristisch sind multiple, wiederholt auftretende und häufig
wechselnde körperliche Symptome, die wenigstens zwei Jahre
bestehen. Die meisten Patienten haben eine lange und komplizierte
Patienten-Karriere hinter sich, sowohl in der Primärversorgung als
auch in spezialisierten medizinischen Einrichtungen, wo viele
negative Untersuchungen und ergebnislose explorative Operationen
durchgeführt sein können. Die Symptome können sich auf jeden
Körperteil oder jedes System des Körpers beziehen. Der Verlauf der
Störung ist chronisch und fluktuierend und häufig mit einer
langdauernden Störung des sozialen, interpersonalen und familiären
Verhaltens verbunden. Eine kurzdauernde (weniger als zwei Jahre) und
weniger auffallende Symptomatik wird besser unter F45.1
klassifiziert (undifferenzierte Somatisierungsstörung).
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F45.1 Undifferenzierte
Somatisierungsstörung
- Wenn die körperlichen Beschwerden zahlreich, unterschiedlich und
hartnäckig sind, aber das vollständige und typische klinische Bild
einer Somatisierungsstörung nicht erfüllt ist, ist die Diagnose
undifferenzierte Somatisierungsstörung zu erwägen.
F45.2 Hypochondrische Störung
- Vorherrschendes Kennzeichen ist eine beharrliche Beschäftigung
mit der Möglichkeit, an einer oder mehreren schweren und
fortschreitenden körperlichen Krankheiten zu leiden. Die Patienten
manifestieren anhaltende körperliche Beschwerden oder anhaltende
Beschäftigung mit ihren körperlichen Phänomenen. Normale oder
allgemeine Körperwahrnehmungen und Symptome werden von dem
betreffenden Patienten oft als abnorm und belastend interpretiert
und die Aufmerksamkeit meist auf nur ein oder zwei Organe oder
Organsysteme des Körpers fokussiert. Depression und Angst finden
sich häufig und können dann zusätzliche Diagnosen rechtfertigen.
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F45.3 Somatoforme autonome
Funktionsstörung
- Die Symptome werden vom Patienten so geschildert, als beruhten sie
auf der körperlichen Krankheit eines Systems oder eines Organs, das
weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert und kontrolliert
wird, so etwa des kardiovaskulären, des gastrointestinalen, des
respiratorischen oder des urogenitalen Systems. Es finden sich meist
zwei Symptomgruppen, die beide nicht auf eine körperliche Krankheit
des betreffenden Organs oder Systems hinweisen. Die erste Gruppe
umfaßt Beschwerden, die auf objektivierbaren Symptomen der
vegetativen Stimulation beruhen wie etwa Herzklopfen, Schwitzen,
Erröten, Zittern. Sie sind Ausdruck der Furcht vor und
Beeinträchtigung durch eine(r) somatische(n) Störung. Die zweite
Gruppe beinhaltet subjektive Beschwerden unspezifischer und
wechselnder Natur, wie flüchtige Schmerzen, Brennen, Schwere, Enge
und Gefühle, aufgebläht oder auseinandergezogen zu werden, die vom
Patienten einem spezifischen Organ oder System zugeordnet werden.
F45.4 Anhaltende somatoforme
Schmerzstörung
- Die vorherrschende Beschwerde ist ein andauernder, schwerer und
quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozeß oder
eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann.
Er tritt in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder
psychosozialen Belastungen auf, die schwerwiegend genug sein
sollten, um als entscheidende ursächliche Faktoren gelten zu
können. Die Folge ist meist eine beträchtlich gesteigerte
persönliche oder medizinische Hilfe und Unterstützung.
Schmerzzustände mit vermutlich psychogenem Ursprung, die im Verlauf
depressiver Störungen oder einer Schizophrenie auftreten, sollten
hier nicht berücksichtigt werden.
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F45.8 Sonstige somatoforme Störungen
- Hier sollten alle anderen Störungen der Wahrnehmung, der
Körperfunktion und des Krankheitsverhaltens klassifiziert werden,
die nicht durch das vegetative Nervensystem vermittelt werden, die
auf spezifische Teile oder Systeme des Körpers begrenzt sind und
mit belastenden Ereignissen oder Problemen eng in Verbindung stehen.
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