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F42 Zwangsstörung
Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und
Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die
den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer
quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten. Die
Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als
unwillkürlich und häufig abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen
oder -rituale sind Stereotypien, die ständig wiederholt werden. Sie werden
weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche
Aufgaben zu erfüllen. Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein
objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem
er selbst Unheil anrichten könnte. Im allgemeinen wird dieses Verhalten als
sinnlos und ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen
anzugehen. Angst ist meist ständig vorhanden. Werden Zwangshandlungen
unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich.
F42.0 Vorwiegend Zwangsgedanken oder
Grübelzwang
- Diese können die Form von zwanghaften Ideen, bildhaften
Vorstellungen oder Zwangsimpulsen annehmen, die fast immer für die
betreffende Person quälend sind. Manchmal sind diese Ideen eine
endlose Überlegung unwägbarer Alternativen, häufig verbunden mit
der Unfähigkeit, einfache, aber notwendige Entscheidungen des
täglichen Lebens zu treffen. Die Beziehung zwischen Grübelzwängen
und Depression ist besonders eng. Eine Zwangsstörung ist nur dann zu
diagnostizieren, wenn der Grübelzwang nicht während einer
depressiven Episode auftritt und anhält.
F42.1 Vorwiegend Zwangshandlungen
[Zwangsrituale]
- Die meisten Zwangshandlungen beziehen sich auf Reinlichkeit
(besonders Händewaschen), wiederholte Kontrollen, die garantieren,
daß sich eine möglicherweise gefährliche Situation nicht entwickeln
kann oder übertriebene Ordnung und Sauberkeit. Diesem Verhalten liegt
die Furcht vor einer Gefahr zugrunde, die den Patienten bedroht oder
von ihm ausgeht; das Ritual ist ein wirkungsloser oder symbolischer
Versuch, diese Gefahr abzuwenden.
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